Emotionen benennen lernen: vom Chaos zum Wort

„Mir geht's einfach scheiße“ ist ein Anfang. Wie du daraus präzisere Worte machst – und warum das entlastet.

Wer Gefühle nicht benennen kann, erlebt sie oft als undifferenzierten Druck. Benennen ist deshalb der erste Schritt der Emotionsregulation: Ein Gefühl mit Namen ist bearbeitbar, ein namenloser Zustand nicht.

Beim Körper anfangen

Frage nicht zuerst „was fühle ich?“, sondern „wo spüre ich etwas?“.

Enge im Brustkorb, flacher Atem – oft Angst

Hitze im Gesicht, Kiefer angespannt – oft Ärger

Schwere, Zug nach unten, wenig Antrieb – oft Traurigkeit

Wunsch zu verschwinden, Blick nach unten – oft Scham

Unruhe in Armen und Beinen – oft Anspannung oder Impuls

Ein Grundwortschatz reicht

Starte mit acht Wörtern: Angst, Ärger, Traurigkeit, Scham, Schuld, Ekel, Freude, Neugier. Ergänze pro Woche zwei Abstufungen – etwa genervt, wütend, rasend für Ärger. Die Feinheit hilft, weil unterschiedliche Intensitäten unterschiedliche Skills brauchen.

Der Vier-Zeilen-Check

Situation in einem Satz. Körperempfindung. Gefühlswort plus Stärke 0–100. Handlungsimpuls. Mehr braucht es zunächst nicht – und schon dieser Check senkt bei vielen Menschen die Intensität spürbar.